Welche Hunderassen sind noch wirklich gesund?

Wenn du auf der Suche nach einem Hund bist, möchtest du natürlich ein möglichst gesundes Tier anschaffen. Viele Hundefreunde wissen, dass bei mehreren Hunderassen gesundheitliche Probleme auftreten. Manche Rassen sind so stark überzüchtet, dass sie fast immer ein oder mehrere erbliche Gesundheitsprobleme haben. Aber gibt es überhaupt noch eine wirklich gesunde Hunderasse?

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1 Februar '26 3 Min Lesezeit

Der Raad van Beheer, der Dachverband unter anderem der niederländischen Rassehundevereine, setzt sich dafür ein, dass Menschen einen Rassehund mit Stammbaum kaufen. Niederländische Rassehunde mit Stammbaum unterliegen strengen europäischen Zuchtvorschriften. Das bedeutet unter anderem, dass Hündinnen nur einmal pro Jahr einen Wurf haben dürfen und dass es Regeln gibt, die Inzucht verhindern sollen. Laut dem Raad van Beheer sind niederländische Stammbaumhunde daher gesünder als andere Rassehunde, zum Beispiel solche aus Massenzuchten in Osteuropa.

Rassen, bei denen Vorsicht geboten ist

Fragt man jedoch Tierschutzorganisationen wie zum Beispiel Dier en Recht, erzählen sie eine andere Geschichte. Sie warnen vor einer großen Anzahl von Rassen, da diese Hunde viele erbliche Krankheiten mit sich tragen. Nur wenige Hunderassen werden auf ihrer Website als „gesund“ eingestuft; viele beliebte Rassen wie der Deutsche Schäferhund oder der Golden Retriever befinden sich deutlich in der Gefahrenzone. Die bekanntesten genetisch belasteten Hunde sind Rassen mit kurzen Schnauzen, wodurch ihre Atmung eingeschränkt ist und sie häufig unter Kopfschmerzen leiden. Beispiele hierfür sind der Französische Bulldog und der Cavalier King Charles Spaniel, der zudem häufig an Herzerkrankungen leidet. Über die Französische Bulldogge schreibt Dier en Recht: „Laut Gesetz muss die Schnauze mindestens halb so lang sein wie der Kopf, und die Nasenlöcher müssen offen sein. Außerdem darf der Hund in Ruhe nicht schnarchend atmen.“

„Grüne Rassen“

Die Hunderassen, die von Dier en Recht das Prädikat „wenig genetische Probleme“ erhalten, sind der Hollandse Smoushond und der Nederlandse Schapendoes. Ein geringes Risiko besteht bei Whippet, Wetterhoun und Tamaskan. Die übrigen auf der Website aufgeführten Rassen (etwa 100) haben laut der Organisation ein deutliches bis hohes Risiko für erbliche Erkrankungen.

Die Vorteile eines Mischlings

Rassehunde werden häufig innerhalb eines begrenzten Genpools gezüchtet, was das Risiko für erbliche Krankheiten erhöht. Ein Hund ohne offizielles Rassezertifikat oder Stammbaum – ein sogenannter Mischling – ist oft gesünder. Das liegt daran, dass seine Eltern meist (deutlich) mehr unterschiedliche Gene haben. Die genetische Vielfalt ist also größer, wodurch die Wahrscheinlichkeit für erbliche Defekte deutlich sinkt. Rassehunde werden zudem oft auf extreme äußere Merkmale gezüchtet, die wir Menschen schön oder niedlich finden, wie etwa sehr kurze Schnauzen. Solche extremen Merkmale sind für den Hund selbst häufig alles andere als angenehm. Ein Hund, der eine Mischung aus verschiedenen Rassen ist, hat im Durchschnitt weniger solcher belastenden oder krankmachenden Extremmerkmale. Mischlinge leben daher im Durchschnitt länger als Rassehunde und entwickeln Gesundheitsprobleme oft erst in höherem Alter. Aber Vorsicht: Das sind Durchschnittswerte! Jedes Individuum ist anders. Die Gesundheit eines einzelnen Hundes hängt immer von seinem genetischen Hintergrund, seiner Aufzucht, Ernährung, medizinischen Versorgung und seinen Lebensumständen ab.

Doch lieber ein Rassehund?

Wenn du dich dennoch für einen Rassehund entscheidest, kaufe ihn unbedingt bei einem verantwortungsvollen Züchter. Für jeden Kauf gilt: Kenne die Vorgeschichte deines Hundes, recherchiere gründlich und im Zweifel gilt – lieber nicht. Seriöse Züchter testen auf erbliche Erkrankungen und bemühen sich um gesunde Linien. Leider gibt es auch Züchter, die weniger sorgfältig arbeiten, was zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Rassen mit geringerer Inzucht länger leben als solche mit höherer Inzucht. Dies steht außerdem im Zusammenhang mit negativen Rassemerkmalen wie zum Beispiel einer kurzen Schnauze. Bei Mischlingen ist der Hintergrund manchmal weniger bekannt, doch wenn die Elterntiere gesund sind, kann auch der Nachwuchs gesund sein.

Lass dich gut informieren

Der beste Rat ist, einen Hund zu wählen, dessen Gesundheitsgeschichte bekannt ist und der zu deinem Lebensstil passt – egal ob Rassehund oder Mischling. Informiere dich auf der Website von Dier en Recht über die verschiedenen Rassen und über Tipps zum Hundekauf. Der Raad van Beheer gibt ebenfalls Hinweise zum Kauf eines gesunden Rassehundes.

Bronnen:

Keijser, S. F. A., et al. "Disease burden in four populations of dog and cat breeds compared to mixed-breed dogs and European shorthair cats." Preventive veterinary medicine 140 (2017): 38-44. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0167587717301708

Bannasch, Danika, et al. "The effect of inbreeding, body size and morphology on health in dog breeds." Canine Medicine and Genetics 8.1 (2021): 12. https://link.springer.com/article/10.1186/s40575-021-00111-4

www.houdenvanhonden.nl www.dierenrecht.nl

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